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Fuchsjagd und Staupe

Fuchsjagd und Staupe

Inhalt

  • Zentrale Punkte
  • Auftreten und Mortalität

Zentrale Punkte

  • Es gibt wenig wissenschaftliche Erkenntnisse zur Epidemiologie der Staupe bei wild lebenden Tieren, weil sie für den Menschen nicht gefährlich ist.
  • Wollte man die Staupe bei Füchsen eliminieren, müsste man einen Teil der Population (gut 20%) immunisieren. Es gibt dagegen keine Beleg dafür, dass Jagd einen Einfluss auf die Auftretenshäufigkeit der Staupe bei Füchsen besitzt.

Auftreten und Mortalität

Nouvellet P. et al. (2011): Rabies and Canine Distemper Virus Epidemics in the Red Fox Population of Northern Italy (2006–2010), PLoS ONE 8 (4)

  • Untersuchung einer Fuchspopulation in Nordostitalien, die 2006 und in den Folgejahren von einem Ausbruch der Staupe heimgesucht wurde. Zusätzlich brach dort 2008 vorübergehend die Tollwut wieder aus (nach 13jähriger Abwesenheit in Italien). Es wurden mathematische Modelle entwickelt, um die Ausbreitung der Krankheiten und die Effektivität von Impfungen zu evaluieren bzw. vorherzusagen.
  • Die Epidemiologie der Staupe bei wildlebenden Tieren wurde bisher kaum untersucht, da die Staupe keine Gefahr für den Menschen darstellt.
  • Mortalitätsrate der Staupe bei Caniden beträgt ca. 43%, wobei Individuen mit besserer Konstitution höhere Überlebenschancen besitzen. In diesem Fall verfügen sie i.d.R. anschließend über eine lebenslange Immunität gegenüber der Staupe.
  • Bei Füchsen: Geschätzte Mortalität beträgt etwa 50%
  • Das Modell zeigt, dass es genügt, einen Anteil von 21% der Füchse (gegen Staupe oder Tollwut) zu immunisieren, um die Ausbreitung der betreffenden Krankheit zu unterbinden.
  • Zum Ende der Studie war die Tollwutepidemie unter Kontrolle

Damien B.C., Martina B.E., Losch S., Mossong J., Osterhaus A.D., Muller C.P. (2002): Prevalence of Antibodies against Canine Distemper Virus among Red Foxes in Luxembourg, Journal of Wildlife Diseases, 2002, 38(4)

  • Untersuchung von Rotfüchsen in Luxemburg hinsichtlich Vorhandenseins von Antikörpern gegen Staupeviren
  • Graufüchse (Urocyon cinereoargenteus) sind für Staupe deutlich anfälliger als Rotfüchse, die wiederum ähnliche Anfälligkeit und ähnliche Krankheitsverläufe aufweisen wie Haushunde
  • 9-13% der Füchse wiesen Antikörper auf, d.h. sie sind mit Staupe in Kontakt gekommen, haben aber überlebt
  • In den USA oder Tokyo wurden dagegen keine Anzeichen für Staupe bei Rotfüchsen gefunden, obwohl die Krankheit bei anderen Wildtieren aufgetreten ist. Dasselbe gilt für Füchse im Saarland (1995)

*Börner, K. (2014): Untersuchungen zur Raumnutzung des Rotfuchses, Vulpes vulpes (L., 1758), in verschieden anthropogen beeinflussten Lebensräumen Berlins und Brandenburgs. Dissertation, Berlin.

  • Dissertation über Fuchspopulationen in Berlin und Brandenburg (Populationsdynamik, Nahrungsquellen, Krankheitsgeschehen)
  • Staupe ist keine neue Erscheinung und ist in Berlin schon seit Jahrzehnten gut dokumentiert: „So fand HÖPPNER (1992) heraus, dass bis zu 16% der Füchse den Staupe-Virus besaßen. FRÖLICH und Mitarbeiter (2000) wiesen nach, dass 10% der Füchse in Berlin Virusträger waren. In anderen suburbanen und ruralen Lebensräumen Deutschlands wurden von TRUYEN et al. (1998) Seroprävalenzen von 4,4% vorgefunden.“

Buchtipp

Die Weisheit der Füchse


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